Mit einem Kopfschütteln wies ich den angebotenen Willkommenstrunk ab und machte es mir bequem. Der gepolsterte Stuhl war allerdings unkomfortabler, als angenommen. Allem Anschein nach, um den geladenen Gästen ihren Stellenwert gegenüber des Gastgebers zu verdeutlichen. Nichtsdestotrotz schien mein Gegenüber auf Bequemlichkeiten und einen luxuriöser Lebensstil wert zu legen. Die Räumlichkeiten, in denen ich mich befand waren mit allerlei kostspieligem geschmückt worden: Trophäen exotischer Tiere, Teppiche aus feinen, syntetischen Stoffen, kleine Statuen und Pokale in Vitrinen, die anscheinend penible auf Hochglanz poliert wurden. Kein Staubkorn, ausschließlich sterile, größtenteils filigran gehaltene Eleganz.
Victor Cardelus hätte seine Rolle als gut betuchter, imperialer Patrizier nicht besser spielen können, hätte ich es nicht besser gewusst: Soweit mir bekannt, stammt Cardelus eigentlich aus eher einfachen Verhältnissen. Ein Emporkömmling, wie man so schön sagt, der aufgrund von viel Glück und einem gerissenen Geschäftssinn zu Reichtum gekommen war. Kritiker, um nicht zu sagen "Feinde" seiner Person, vermuten sogar, dass sein Wohlstand durch Dritte, zwielichtige Gestalten gefördert wurde und auch immer noch wird.
Eigentlich war es eine Annahme, mit der man richtiger nicht liegen konnte: Cardelus war nämlich was man ohne viel Umschweife einen klassischen Menschenschmugler nennen konnte. Alles was im imperialen Raum keine Lebensgrundlage mehr hatte, Menschen die drohten sich in die Sklaverei zu verschulden oder wie es bei mir der Fall war "Kriminelle" hatten die Möglichkeit durch Cardelus zu einer neuen Identität zu kommen. Schuldenfrei und ohne Vorstrafenregister versteht sich. Selbstredend tut der gute Cardelus dies nicht umsonst: Zum einen lässt er sich von seinen Auftraggebern für geeignete "Subjekte" bezahlen, zum anderen kann man sich auch durch Bezahlung aus eigener Tasche, Aufträge oder Gefälligkeiten einen neuen Pass verdienen.
So war es bei mir der Fall: Eine Lieferung Schmuggelware hier, ein Kopfgeld dort und mit der Zeit war es dann soweit: Cardelus war durch seine Verbindungen in der Lage völlig neue Personen aus dem Nichts zu erschaffen. Ich war nun ein durchschnittlicher Freelancer und Söldner mit Namen "Aiven Thul", eine Situation an die ich mich erst noch gewöhnen musste. "Ich hoffe sie sind mit ihrer neuen Identität zufrieden Mr. Thul?" Ich nickte auf Cardelus frage hin nur schlicht, die Situation schien mir suspekt und unangenehm. Ich wollte endlich weg und mein altes Leben hinter mir lassen, aufbrechen und neu anfangen.
"Gut, sehr gut.", fuhr Cardelus seinen Monolog fort und ein süffisantes Lächeln formte seinen Mund. "Wir haben mit einer Organisation Kontakt aufgenommen, die sich selbst als "AID" bezeichnet. Es handelt sich dabei um eine Untergruppierung von Piloten innerhalb der ADF." Cardelus lies seine Worte mit einer kleinen Pause sacken, ehe er fortfuhr "Wir haben ihre Bewerbung als Kampfpilot bereits verschickt und warten derzeit noch auf eine Antwort. Wir werden diese dann an sie weiterleiten und ihnen Informationen zukommen lassen, wo sie sich zu melden haben." Eine weitere kleine Pause folgte, in der Cardelus seine Gedanken ordnete. Sein Blick wurde ernster und er fixierte mich auf eine Art, die deutlich machte, dass das folgende nicht als Scherz verstanden werden sollte. "Sie wissen um die Vereinbarungen, die sie unterzeichnet haben. Kein Wort über ihr altes Leben, kein Wort über uns. Andernfalls werden sie mit ziemlicher Sicherheit zu den letzten gehören, die über ihre Lippen kommen werden."
Ich nickte abermals, denn mir war klar was ein Bruch meines Vertrages zu bedeuten hatte. Cardelus Mimik lockerte sich wieder und die gewohnte Gelassenheit nahm in seinem Gesichtsausdruck erneut Überhand. "Sehr gut Mr. Thul, dann wären wir soweit fertig. Ich wünsche ihnen alles Gute auf ihrem neuen Weg und hoffe, dass wir nie wieder voneinander hören werden." Ich ging mit seinen Worten konform, denn ich hatte genug von diesem Mann und seiner zwielichtigen Erscheinung. Es war an der Zeit, ich verabschiedete mich mit knappen Worten und verließ den Raum. Ein neuer Mensch, es war ein seltsames Gefühl, allerdings machte sich allmählich Erleichterung in mir breit. Ich hatte mir eine zweite Chance verdient, eine neues Schiff und ein neues Ziel: "AID".
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Hi Leute,
ich wollte mich mit dieser kleinen Einleitung zu meinem Piloten bei euch bewerben, da mir euer relativ lockeres Konzept sehr gut gefällt! Ich selbst bin 26 Jahre und heiße Paul, um auch etwas zu meiner Person zu schreiben


Viele Grüße
CMDR Aiven Thul